Montag, 16. August 2010

MPS Karlsruhe 2010

MPS Karlsruhe 2010

Die Woche vorher und Freitag, den 30.07.2010 - "Aber manchmal, manchmal kommt es ganz anders als man denkt II"

Die Woche war zwar kurz aber hart, nach dem Urlaub wieder in die Tretmühle zu gehen ist schon heftig und so nahm ich dann kurzfristig das Angebot von Fritz und Mira an mit ihnen zusammen in Karlsruhe zu lagern. Donnerstag Abend wurde dann der Seesack gepackt und Freitag ging es Mittags direkt von der Arbeit in Richtung Norditalien.
Oh Wunder, der Bus war pünktlich und es gab keine Probleme die Bahn nach Düsseldorf zu ereichen und auch dort reichte die knappe Übergangszeit für den Zug nach Köln und noch ein Wunder, auch dort passte die Verbindung und ich konnte mich bequem auf den Boden im überfüllten Zug setzen. In Karlsruhe angekommen machte ich mich auf die Suche nach der S Bahn Richtung Schloss, laut Beschilderung soll die vor dem Bahnhof halten - hmmm, seltsam, da halten doch nur Straßenbahnen. Am Infoschalter teilt man mir dann mit das die S-Bahnen wie Tram-Bahnen aussehen und auf den selben Strecken fahren - ah, ja, ok. Bis die nächste Bahn kommt hab ich genügend Zeit bei einem großen Fast Food Versorger ein Häppchen einzuwerfen. Mit der "S-Bahn" geht es dann bis vors Schloss und nach einem kurzen Fußweg war der Plan erreicht, nach einem kurzen 'huch, ist das klein' folgte ein 'hmm, könnte gemütlich werden' und nach genauerem Hinsehen wurde daraus ein 'oha, das wird laut'. Direkt in der Schallrichtung der Traumspektakelbühne stand das Lager, aber egal, werden wir schon überleben ;)



Nach der Begrüßung war das Zelt schnell aufgebaut und es ging zum Einkaufen.
Zum traditionellen Grillen hatten wir zum Glück Holzkohle, Brennholz hatten wir keines mehr abbekommen und mussten erst durch die einzelnen Heerlager betteln gehen, auch die Ansage von Igor bei der Heerlagerbesprechung zu dem Thema machte es nicht wirklich einfacher Holz zu bekommen. Nach einem gemütlichen Abend ging es dann recht früh in die Felle, die morgendliche Arbeit und das lange im Zug rumhängen forderte Tribut.

Samstag morgens war die Nacht früh zu Ende, zum einen war es ja gestern nicht so spät wie üblich und zum anderen schien die Sonne genau aufs Zelt so das es hell und warm wurde. Da ich nun einmal wach war und bei den Bedingungen nichts mehr mit weiter schlafen war ging ich mal los frische Brötchen holen - einfacher gesagt als getan, erst einmal muss man eine Bäckerei finden ;)Zwischen Schloss und Innenstadt standen vor einem Gebäude gelangweilt einige Herren in grünen Uniformen rum, die sollten doch wissen wo man hier einen Bäcker findet. Freundlich erklärte mir der Beamte das ich es mal die Straße weiter durch versuchen sollte und auf Nachfrage erfuhr ich dann auch, das er das Bundesverfassungsgericht bewache - hmm, so ein Gericht hätte ich doch in einen ehrwürdigeren Gebäude vermutet. Gut gelaunt, klar, an einer Bäckerei gibt es ja meistens frischen Kaffee, kam ich auf dem Plan an und tatsächlich krochen bei uns die nächsten aus den Zelten. Schnell war der Frühstückstisch gedeckt und alle versammelt - ach ja, noch dabei waren Markus, Fr. Dr. Pest und ihr Jan. Das Frühstück wurde dann irgendwie zu einer richtigen Tafelei, Markus packte seine Harfe aus und fing an zu spielen (er nannte es üben, aber das war für mich doch schon viel mehr). Im Anschluss ging es dann flott zum Zuber, mal eben nachsehen ob die Kaffeemaschine schon am Start war, in der Wartezeit bis zur ersten Tasse mal eben fix die Klappen aufgemacht und die Treppe eingehangen, irgendwie ist die Konstruktion für den "Frauenzuber" noch zu schwierig zu handhaben.



Bei der Morgenbesprechung sprach Gisi dann auch das Problem der Auflagen an, die jetzt nach dem Loveparade-Chaos überall gemacht werden, für Sierhagen benötige er dringend noch ausgebildete Feuerwehrleute die die Veranstaltungsbrandwache übernehmen und auch für Telgte sei so etwas vermutlich zu erwarten, am Dienstag (der Dienstag in der Aufbauwoche!) soll eine kurzfristig anberaumte Sicherheitskonferenz in Telgte stattfinden. Echt toll, irgendwo passiert etwas und alle Behörden drehen erst einmal am Rad, aber wenn es denn sein muss und bevor die Veranstaltung eventuell sogar abgesagt wird hab ich mich mal bei Susa angemeldet.
Der ganze Tag verlief dann recht ruhig, ich hatte den ganzen Brettchenwebkram mit und zum ausprobieren eine Bodenhülse in die der Webkamm passt, das ganze hat auch gut funktioniert und schnell war ein neuer Meter Borte fertig. Wirklich interessant, die Leute bleiben stehen und gucken, trauen sich aber nicht Fragen zu stellen, man muss sie wirklich ansprechen und dann kommt man aus dem Erklären nicht mehr raus ;)
Mittags gab es dann die Bergsträßer Variante vom Metgulasch, auch richtig lecker, zum mischen hab ich dann schnell wieder einige unterschiedliche Becher Met geholt und hinterher eine Portion zum probieren vorbei gebracht, es scheint geschmeckt zu haben.
Meine Befürchtung hat sich übrigens bewahrheitet, wenn Vermalledeyt oder Salatio auf der Bühne stehen, versteht man im Lager sein eigenes Wort nicht mehr, zu blöd das ich die Ohrenstöpsel vergessen hab. Abgesehen von einigen Kaffeerunden hab ich fast den gesamten Tag im Lager gesessen und an der Borte gearbeitet. Wie sich zwischendurch herausstellte wurde unser Zubern nach der Pest abgesagt, weil die Abwasserentsorgung nicht so funktioniert wie sie soll, wenn sich das bessert, können wir am Sonntag Mittag rein, und wir sollten doch trotzdem noch abends auf ein Getränk vorbei kommen.
Und dann hab ich mich doch wieder mal dazu durchgerungen bei der Pest mit zu machen, was ich ja eigentlich nicht mehr wollte. In unserem Lager war dann eine Station, vier Hübschnerinnen aus dem Tross saßen bei uns und ich rief den Medicus und den Hauptmann herbei weil sie krank aussahen, husteten und nicht mehr arbeiten wollten. Recht rüde warf ich sie hinaus, eine direkt dem Medicus vor die Füße und wurde dann im Anschluss direkt mit in den Kader gesperrt weil ich sie ja angefasst hatte. Und was dann kam, war mal wieder sowas von typisch für diese Saison, die Pest wird immer als eine der großen Attraktionen angepriesen für die die Besucher sogar Nachts extra nochmal herkommen, warum wird dann die Pest nicht auch dementsprechend in der Planung berücksichtigt? Immer wieder muss die Pest später anfangen wenn das Programm hängt, darf aber kein bisschen überziehen sondern eher das Gegenteil, die "netten" Krachmacher von Salatio Mordis fingen ihr Nachtkonzert einfach mal drei Minuten früher an, genau in die Abmoderation von Horis rein - echt zum kotzen :(
Nach diesem unerfreulichen Abschluss machten wir uns auf zum Zuber und irgendwann am nicht mehr ganz so frühen Morgen ging es in die Felle.

Huch, schon wieder warm und hell
auch diese Nacht war früh zu Ende. Nach dem Frühstück hab ich schnell meine Klamotten zusammen gepackt und dann ging es auch schon zur Besprechung und zur Markteröffnung. Unser Marktvogt war anscheinend nicht so gut drauf, alle guten Vorlagen von Horis wurden ignoriert, selbst als einer der Helfer zusammengebunden und mit einem Schild um den Hals von Gisi auf einer Karre vor die Bühne gestellt wurde gab es keine Reaktion und das Standartgelaber wurde durchgezogen - sorry Ede, du solltest mal etwas flexibler und spontaner werden oder mal so langsam als Marktvogt abdanken.
Mittags gab es dann die aufbereiteten Reste vom Vortag, auch wieder richtig lecker und da wieder einiges übrig war, winkten wir einen vorbei kommenden Schlagwerker herein, den man ansehen konnte das er grade auf der Jagd nach etwas essbaren war. Durch diese heldenhafte Tat retteten wir dann den Auftritt der Schelme, denen sonst Patrik glatt verhungert wäre :-D
Zwischendurch waren dann Mira und ich noch ganz gemütlich eine Runde zubern, zum Glück war das mit dem Abwasser geregelt worden.
Und dann wurde es für mich auch so langsam Zeit an den Heimweg zu denken, mit Sack und Pack ging es zur "S-Bahn" und damit zum Bahnhof, dort schnell eine Portion fastfood und ab in den Zug nach Köln, zum Glück ist man ja an das Sitzen auf dem Gang gewöhnt. Trotz Verspätung hab ich in Köln den Anschluss erreicht und konnte dann am frühen Morgen ins Bett fallen.

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