Donnerstag, 20. Juni 2013

Es ist Sommer, es ist Markt...

 

... und pünktlich zum Wochenende macht der Sommer eine Atempause


Nach einem entspannten Markt in Gütersloh stand für mich nun das erste MPS dieser Saison an.
Da meine langjährige Nachbarin die Ommi nicht aufgebaut hat wurde schon im Vorfeld beschlossen mit der Ritterschaft von Sollich und Widars Wölfen als Block aufzubauen. Die Sollicher diesmal allerdings in ungewohnter Minimalbesetzung: Der Herzog mit seinem Burgmichel und an einem Tag die Herzogin Arianwen.
Bei der Platzvergabe dann erst einmal der Rundumblick wen man denn so alles kennt und ich musste feststellen - erschreckend wenige, der Großteil der Gesichter und Lagernamen waren mir vollkommen unbekannt.
Nach einer schnellen und gut neustrukturierten Anwesenheitsmeldung ging es auf die Platzverteilungsrunde die erahnen ließ wie das Wochenende sich entwickeln würde. Zur Auswahl standen Heerlagerplätze im Rosengarten (etwas abseits und hinter Händlerständen), Plätze rechts und links der Feuerspektakelbühne, eine Wiese im Schalltrichter der Hauptbühne, die immer noch matschige Stellen aufwies und der Bereich am See bei dem allerdings nicht klar war ob dafür die Zäune reichen würden. Der geneigte Leser möge kurz in sich gehen und überlegen wo er aufbauen würde...

Wir entschlossen uns dann letztendlich für den Bereich am See und es kam wie es kommen musste: Nachdem die erweiterte Campsite eingezäunt war reichte es nicht mehr für die Heerlager und wir verbrachten das Wochenende als Aussätzigenlager bzw. als Belagerer vor den Toren des MPS.



 Recht schnell war alles aufgebaut (ja, diesmal hatte ich wirklich das richtige Zelt dabei) und ich muss sagen, das neue Sonnensegel passt wirklich gut zum Zelt und bietet ausreichen Platz für mehrere Personen.



Irgendwann trudelte auch mal die Ritterschaft ein und begann mit dem Aufbau. Eine gute Gelegenheit Pause zu machen, einen Kaffee zu trinken und das Geschehen für die Nachwelt fest zu halten



Bei der abendlichen Heerlagerbesprechung hat sich nichts geändert, die selben Ansagen wie immer und die selben Fragen wie immer, nichts was eine weitere Erwähnung wert wäre... also schnell gedanklich zum restlichen Abend wechseln, traditionell gab es totes Tier vom Grill und gute Gespräche.

Der Samstag und der Sonntag verliefen ... sehr ruhig, es wurde leider versäumt die Besucher in irgendeiner Form darauf hinzuweisen, das es auch außerhalb des Zaunes motivierte Heerleger gibt, die den Besuchern einiges zu bieten haben. Von dem sehr guten Besuch haben wir nicht viel mitbekommen, in unserem Bereich waren mehr Spaziergänger die zufällig vorbeigekommen sind oder Besucher die von den Preisen abgeschreckt einen Blick über den See auf das Veranstaltungsgelände werfen wollten.




Und die Musik der Festivalbühne war auch sehr gut zu hören, Wasser trägt den Schall hervorragend und mir kam es vor als ob Rapalje direkt vor dem Lagerzaun aufspielen würde.
Am Samstag hatte ich lieben Besuch, Haydeé und ihre Begleitung nutzten das Lager um von dort aus den Markt zu erkunden, abends wurde dann gemeinsam gemütlich gegrillt mit der hervorragenden musikalischen Untermalung von Omnia. Der Platz hat so seine Vorteile dachte ich bis dahin, schön im Lager sitzen, auf Besucher warten und dabei Omnia oder die holländischen Schotten hören

...aber dann, tja dann gab es zu fortgeschrittener Stunde Knasterbart. Wir haben bei der Ritterschaft gesessen und versucht uns zu unterhalten aber das war nicht so einfach. Die Musik Geräuschkulisse war sehr laut und nicht wirklich angenehm. Auch nach langem Überlegen kann ich das noch immer keiner Musikrichtung zuordnen, mit Mittelalter hatten die noch weniger zu tun als zB das Niveau. Ich denke Knasterbart würde in irgendeinen Keller in einem Assi-Punk-Club in einem der übelsten Stadteile Berlins passen. Aber anscheinend hat diese "tolle" Band den Geschmack von Publikum und Veranstalter getroffen, sie haben uns bis ca 4 Uhr am Morgen beglückt zwangsbeschallt, an Schlaf war einfach nicht zu denken. Ganz toll, Danke Gisi, danach soll man noch unseren Gästen deinen Kunden mit einem freundlichen Lächeln entgegentreten und später nach dem Abbau nach Hause fahren.
Aber soweit kam es dann nicht, der Sonntag war auch wieder recht ruhig, am ganzen Wochenende gab es tasächlich 4 (in Worten vier) Besucher die sich das Brettchenweben haben zeigen lassen, wenn ich da an dem Markt zwei Wochen vorher denke :(
Das Bild zeigt die typische Situation "vor den Toren"



Bei einem Rundgang konnte ich dann feststellen das die Veranstaltung sehr gut besucht war...








...allerdings waren auch die Heerlagerbereiche auf dem Gelände nicht wirklich gut besucht









Da fragt man sich wo zur Hölle sind denn die Besucher, die letztes Jahr auf facebook rumgejammert haben das sie so gerne in die Heerlagerbereiche gehen und dort ja nichts geboten würde und wegen denen die Lager jetzt ein Konzept bei der Bewerbung vorlegen müssen?
Aber wo sollen schon die Besucher sein, bei einer Veranstaltung die sich immer mehr vom Spectaculum weg in Richtung Festival verändert,?! Klar, sie stehen saufend und gröhlend vor den Bühnen und Tavernen....
Das MPS wird (leider) immermehr zu einem Festival, das aufgrund der Preise (die für ein Musikfestival durchaus angemessen und günstig sind) nichts mehr für "Marktbesucher", "mal eben so Hingeher" oder Familien ist!

Zum guten Schluss kam es dann wie es kommen musste, nach einem trockenen Wochenende fing es eine Stunde vor dem Abbau an zu regnen. Nicht viel und auch nicht lange, aber doch genügend um die Zelte und Sonnensegel aufhängen zu müssen :(
Alles in allem kann ich nur sagen das ich nächstes Jahr sicherlich nicht im Mai und nicht für fünf Tage in Dortmund aufbauen werde.
Jetzt wo ich den Marktbericht schreibe sind alle Sachen trocken und warten darauf für das nächste Wochenende gepackt zu werden, Bönen ich freu mich drauf. :)

Ein Schmankerl zum Schluss:
Irgendwann kam der Lieblingsherzog vorbei und meinte er müsse mir was erzählen bevor ich es von wo anders hören würde, es hätte eben bei ihm im Lager gebrannt - der Feuerlöscher :-D

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